Mit dem Gemüse-Esel auf der Radwanderroute 888

Mit dem Gemüse-Esel auf der Radwanderroute 888
GeschichtenMit dem Gemüse-Esel auf der Radwanderroute 888

Grünes Band Bern

Bern ist bekannt für seine Altstadt. Weniger bewusst ist den Besucherinnen und Besuchern die Nähe zur Natur und der nachhaltige Lebensstil in der Stadt. Für beides steht Gemüse-Esel Thomas Wieland. Er fährt von seinem Biohof mit seinem E-Bike samt Anhänger jede Woche 200 Kilogramm Gemüse und Obst in die Stadt.


Mit dem Gemüse-Esel auf der Radwanderroute 888 – Grünes Band Bern (Video: Schweiz Tourismus)

Idyllischer Arbeitsweg

Vor Sonnenaufgang belädt Thomas Wieland vor dem Biohof in Thörishaus seinen Anhänger mit Gemüse und Obst und tritt in die Pedale. Sein E-Bike mit Anhänger bringt ihn zügig und umweltschonend nach Bern. Sein Arbeitsweg könnte kaum schöner sein: Baumalleen, windige Strässchen, Höfe. Wielands Arbeitsweg gehört gehört zur Radwanderroute 888 – Grünes Band Bern.

Das «Grüne Band Bern» verbindet auf 59 Kilometern die Gemeinden rund um Bern und gehört zum Naherholungsgebiet der Bundesstadt. Wieland, der sich selber Gemüse-Esel nennt, fühlt sich am wohlsten, wenn er mit dem E-Bike unterwegs ist. Er spüre so das Wetter, könne die Landschaft geniessen und es passe zu seiner Weltsicht bezüglich Nachhaltigkeit.




Nachhaltig von A bis Z

Nachhaltig ist nicht nur, wie der Gemüse-Esel sich fortbewegt, sondern auch, was er auf seinem Anhänger hat. Vom Anbau bis zum Endprodukt produziert Wieland mit möglichst einfachen Hilfsmitteln Nahrungsmittel und arbeitet vor allem mit Muskelkraft. Seine Ware verkauft er unter anderem am Markt in Bern. Der Markt widerspiegelt, wie die Stadt tickt. Man pflegt einen respektvollen Umgang, nimmt sich Zeit füreinander und nimmt Rücksicht auf die Natur.


«In Bern herrscht eine angenehme Atmosphäre. Die Stadt ist nie hektisch.» Thomas Wieland, Gemüse-Esel





Alles unverpackt

Vom Biohof auf den Markt oder in den Unverpackt-Laden. Wer vom nachhaltigen Lebensstil der Bernerinnen und Berner noch nicht ganz überzeugt ist, besucht am besten mal den Unverpackt-Laden «Palette». Das Altstadt-Lädeli ist Abnehmer von Wielands Ware und schliesst damit den Kreis. Was auf dem Hof des Gemüse-Esels als Same beginnt, wird hier ohne Verpackung und dadurch ohne Abfall an die Endkundschaft verkauft. Öl wird beispielsweise direkt in die mitgebrachte Glasflasche gefüllt, Dörrfrüchte in den Stoffbeutel.



Die Vision des Gemüse-Esels

Vom Samen bis zum fertigen Produkt arbeitet Thomas Wieland bewusst im kleinen Rahmen. Bei ihm stehen der Mensch, die Maschine und die Umwelt in direktem Bezug zueinander. Der Gemüse-Esel ist überzeugt, dass diese Art der Produktion von Grundnahrungsmitteln ein Weg für die Zukunft, und auch bereits für die Gegenwart ist.



Produktiver Fitnessraum

So gerne Wieland die Stadt Bern mag, am späteren Nachmittag freut er sich jedes Mal auf den Rückweg auf dem «Grünen Band Bern» zum Biohof in Thörishaus. Der Familienvater und frühere Ingenieur lebt hier einfach und naturverbunden. Seine Birnen, Bohnen oder auch Polenta verarbeitet er mit Muskelkraft oder solarbetriebenen Maschinen. Wieland ist ein Tüftler und entwickelt ständig etwas Neues. So erfand er etwa den produktiven Fitnessraum. Wer hier trainiert, mahlt gleichzeitig Mais oder presst Rapsöl. Nach dem Schwitzen auf den speziell angefertigten Maschinen darf die Ware nach Hause genommen werden. Nachhaltiger geht kaum!





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