Schöne Traditionen

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Schöne Traditionen
Traditionen sind in Bern ein fester Bestandteil des täglichen Lebens. Während etwa die Brienzer Holzschnitzer das Brauchtum in ihrem Beruf ausleben, pflegen ihn Jodler und Schwinger in ihrer Freizeit. Sie alle zeigen ihr seit Generationen überliefertes Können an den traditionellen Festen.

Jodlen: Jutzen, Singen und Klingen

Lange bevor jeder Bauer ein Handy im Sack mitführte, verständigten sich Hirten und Sennen über weite Distanzen hinweg mit Juchzer und Alpschreien. Diese ursprünglichen Töne entwickelten sich später zum Jodeln, dem meditativen Singen ohne Text, das selbst abgebrühten Rock’n’Rollern ans Herz geht. In Bern finden jedes Jahr zahlreiche Jodelfeste statt, die nicht nur akustisch Vergnügen bereiten: Man kann auch die wunderschönen und mit viel handwerklichem Wissen erstellen Trachten bewundern. Wer das Jodeln selber einmal probieren möchte, besucht am Samstag, 20. August, bei der Jodlerin Barbara Gertsch-Enz, einen Einführungskurs.
stimmklang.ch
Jodlerfest, Ferienregion Interlaken
Jodlerfest, Ferienregion Interlaken

Hornussen: Krimi im Ries mit Nouss und Schintel

Es bedarf zwar ein Minimum an Grundkenntnissen, um das Spektakel um Nouss, Bock und Ries geniessen zu können; sobald man aber die Regeln verstanden hat, ist das Zuschauen am Rande des Ries (dem trapezförmige Spielfeld) spannender als ein Agatha-Christie-Krimi. Beim Hornussen geht es für die schlagende Mannschaft, darum, den Nouss (eine Art Puck) so weit als möglich ins gegnerische Feld zu schlagen, während die gegnerische Mannschaft versucht, ihn mit dem Schintel (eine Art Mistgabel aus Holz) so früh wie möglich zu stoppen. Wer mehr erfahren will, besorgt sich den ausgezeichneten Dokumentarfilm «Schlagen und Abtun» von Norbert Wiedmer oder fährt am 22. Oktober in die Lenk, wo im Rahmen der AlpKultur Tage ein Hornussturnier samt anschliessender Party stattfindet.
lenk-simmental.ch

Hornussen, Lenk-Simmental
Hornussen, Lenk-Simmental


Schwingen: Hoselupf im Sägemehl

Wo wuchtige Mannsbilder in Zwilchhosen einander so lange «lupfen», bis die Schulterblätter des einen den Boden berühren, ist die Begeisterung der Zuschauer gross. Wann und wo das Schwingen, diese typische schweizerische Variante des Ringens, zum ersten Mal ausgeübt wurde, weiss niemand so genau. Es scheint, dass der Sport schon immer zur Schweiz gehörte – das suggerieren zumindest die «Schwinger-Darstellungen» aus dem 13. Jahrhundert in der Kathedrale von Lausanne. Einst massen sich dabei Sennen und Hirten, heute hat das Schwingen einen festen Platz in der Schweizer Sportlandschaft. An den zahlreichen Wettkämpfen – etwa jenes auf dem Kemmeriboden, der als auch eine der Wiege des Hosenlupfs gilt – ist die Stimmung einzigartig und das Publikum bunt durchmischt. Interessierten «Giele» und «Modis» bietet der Bernisch Kantonale Schwingerverband Einführungskurse an.
schwingen-be.ch
Schwingen Kemmeriboden, Region Bern
Schwingen Kemmeriboden, Region Bern

Kulinarische Spezialitäten: Mehr als nur Löcher im Emmentaler

Ob die fast vergessenen Gramswürmleni (eine Gebäck, das in Fett gebacken wird und aussieht wie eine Raupe), der Gumpesel (eine Rohwurst mit starkem Rauchgeschmack), die berühmten Meringues oder der Burrehamme – die kulinarischen Spezialitäten des Kantons Bern sind so vielseitig wie seine Landschaft. Wer sie nicht nur «so», sondern in Verbindung mit einem Ausflug erleben möchte, kann zum Beispiel ins ursprüngliche Emmental fahren und dort mit dem E-Bike der Kambly Erlebnis Tour folgen. Unterwegs besucht man verschiedene Produzenten und beendet die Tour in der Trubschacher Kambly-Fabrik.
kambly.com
Buurezmorge (Bauernfrühstück) Emmental, Region Bern
Buurezmorge (Bauernfrühstück) Emmental, Region Bern

Holzschnitzer: Wo aus dem Baum ein Alphorn schlüpft

Eigentlich ist Brienz die Hauptstadt der Holzschnitzer. Doch auch im pittoresken Eggiwil weiss man, wie sich aus einem sperrigen Holzstamm ein filigranes Alphorn zaubert lässt. Die Familie Bachmann führt eine der letzten Alphorn-Werkstätten der Schweiz und lässt sich von interessierten Zuschauern jeweils am Freitag und Samstag über die Schulter schauen. Dann kann man verfolgen, wie der Stamm in stundenlanger Arbeit erst langsam die Form des traditionellen Instruments annimmt und anschliessend sorgfältig ausgehölt wird. Die Geduld lohnt sich: Am Schluss darf jeder Gast in ein frisch gebautes Alphorn blasen und über den sonoren Klang staunen.
alphornmacherei.ch
Herstellung Alphorn Eggiwil Emmental, Region Bern (Bild: alphornmacherei.ch)
Herstellung Alphorn Eggiwil Emmental, Region Bern (Bild: alphornmacherei.ch)


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