Auge in Auge mit dem Bock

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Auge in Auge mit dem Bock
GeschichtenAuge in Auge mit dem Bock

Wildbeobachtung auf dem Niederhorn

Die Menschengruppe guckt konzentriert durch die Feldstecher in die schroffe Felswand des Niederhorngrats. Dabei haben sie nur eines im Visier: Steinböcke und Gämsen – und zwar am liebsten so viele und so nahe wie möglich!

Gemütlich liegt der Steinbock auf dem Wanderweg und scheint das Alpenpanorama zu geniessen.

Die Steinböcke und Gämsen am Niederhorn sind nämlich nicht gerade schüchtern. Besonders nahe kommen Tierfreunde den Alpenbewohnern, wenn sie mit dem Wildtierspezialist Urs Grossniklaus auf die Pirsch gehen – bewaffnet einzig mit Feldstecher und Kamera.
Weitblick auf Wetterhorn, Schreckhorn, Finsteraarhorn, Eiger, Mönch und Jungfrau.
Weitblick auf Wetterhorn, Schreckhorn, Finsteraarhorn, Eiger, Mönch und Jungfrau.

Der Niederhorngrat ist in vielerlei Hinsicht spektakulär: Zur Rechten die Sicht auf Eiger, Mönch und Jungfrau, zur Linken die steile Felswand, die ins Justistal hinunterführt. Genau diese Wand ist es auch, in die sich das Steinwild gerne zurückzieht.
Jeder Schritt ein Fotostopp.
Jeder Schritt ein Fotostopp.
Urs Grossniklaus, Wildtierspezialist
Urs Grossniklaus, Wildtierspezialist

Zur Freude der Wildtierbeobachter sind die Tiere tagsüber oft auf dem Grat unterwegs. Meist sieht man die Tiere auf den Wildtierführungen, welche die Niederhornbahnen anbieten, in nur wenigen Metern Distanz. «Die Steinböcke werden hier nicht gejagt», erklärt Wildtierspezialist Urs Grossniklaus. «Daher sind sie sehr zutraulich.»

Urs Grossniklaus führt seit über zehn Jahren Gäste zu den «Hotspots» der Wildtiere am Niederhorn.

Männlein hier, Weiblein dort

Als passionierter Naturfotograf aus der Region kennt er die Alpenbewohner bestens und weiss, wo sie überall anzutreffen ist – und wer mit wem. «Böcke und Geissen leben getrennt voneinander», erklärt Urs. «Die Steingeissen leben mit ihren Jungtieren unter sich. Mit zwei, drei Jahren sind die Böcke geschlechtsreif und leben dann in losen Junggesellengruppen zusammen. Viele ältere Böcke sind sogar Einzelgänger.»

Gut erkennbar sind die Steinböcke vor allem an ihren imposanten Hörnern. Urs hat verschiedene Hörner dabei und zeigt sie den Gästen: «Die Geissen haben eher kurze, kaum gebogene Hörner. Die Steinböcke hingegen haben ein gebogenes Gehörn, das bis zu einem Meter lang werden kann. Dieses brauchen sie vor allem für die Kämpfe um die Rangordnung innerhalb eines Rudels.»

Capra ibex – Steinbock

Steinböcke steigen bis in Höhen von 3500 m ü. M. hinauf. Und wieder hinab. Und wieder hinauf. Denn im Sommer äsen sie gerne auf alpinen Wiesen, während es sie zum Übernachten wieder bergauf treibt.

  • Lebensraum: in den Alpen, oberhalb der Waldgrenze
  • Grösse: Kopf-Rumpf-Länge 115 – 170 cm
  • Gewicht: 35 – 150 kg
  • Lebenserwartung: > 20 Jahre

Kurz vor dem Gemmenalphorn haben die Feldstecher definitiv Pause: Hier präsentiert sich eine grosse Herde von Steingeissen mit ihren Jungtieren gleich neben dem Wanderweg. Langsamen Schrittes wandert die Gruppe an ihnen vorbei. Die Tiere grasen dabei seelenruhig weiter und lassen sich von den neugierigen Blicken und gezückten Kameras nicht stören.

«Zum Glück», darf man heute sagen, wenn man mit vielen tollen Tierbildern den Heimweg antritt.

Ein Bild, das perfekt in die Alpen passt

Dem war nicht immer so: Die Schweizer Alpen waren Anfang des 19. Jahrhunderts nämlich steinbocklos. Wegen ihres Fleisches und ihren Heilkräften wurden die Tiere bis zur Ausrottung gejagt.

«Unsere Steinböcke sind eigentlich Italiener», sagt Urs verschmitzt. «Sie stammen aus den norditalienischen Alpen. Vor rund 100 Jahren haben Wilderer Steinkitze von dort in die Schweiz geschmuggelt – gegen den Willen des italienischen Königs.»

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