FIS Ski World Cup Lauberhorn Wengen

FIS Ski World Cup Lauberhorn Wengen
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17. – 19. Januar 2020

Die Lauberhorn-Abfahrt: Ausdauer und Nervenkitzel vor opulentem Hintergrund

Der FIS SKI World Cup Lauberhorn Wengen ist ein wahrer Zuschauermagnet: Zehntausende verfolgen jährlich die Alpine Kombination, die Abfahrt und den Slalom.
Die Lauberhorn-Abfahrt unterhält das Publikum nicht nur, weil sie mit 4455 Metern die längste Etappe des Weltcups ist. Der Haneggschuss bietet mit bis zu 160 Stundenkilometern auch deren schnellste Passage. Neben ihrem Markenzeichen, dem Hundschopf-Sprung, beeindruckt die Abfahrt ihre Zuschauer vor allem mit dem Panorama von Eiger, Mönch und Jungfrau. Besonderes Highlight: Gäste haben die Möglichkeit, sich ab Gsteigwiler mit dem Helikopter zum Ort des Geschehens transportieren zu lassen. Und beobachten nach der sanften Landung die Profis auf ihrem rasanten Weg. Ebenfalls lohnenswert: Die Besichtigung der Rennstrecke im Sommer. Auf dem Lauberhorn Trail, der ungefähr fünfeinhalb Stunden dauert, besichtigen Interessierte die Schlüsselstellen, Hundschopf und Kernen-S, der Abfahrt und geniessen dabei das wunderbare Bergpanorama.

lauberhorn.ch


Ein Wagnis, das nicht jeder in Angriff nimmt

Grundsätzlich steht die Lauberhorn-Piste allen offen. «Wer sie hinter sich hat, ist anders drauf», sagt jener Mann, der sie seit 32 Jahren in Schuss hält.

Im Starthäuschen wird gescherzt

Der Teufelsritt startet... Die Zeitmessung piepst, die Kamera klickt, man gibt sich keine Blösse, obwohl das Adrenalin pumpt. Hier zu stehen, am Start der Mutter aller Abfahrten, der längsten des Weltcups, der Legende unter den Rennpisten, das allein ist so grossartig, dass ein bisschen Herzklopfen schon sein darf.

20 Minuten für die Ewigkeit

Vom Gipfel bis ins Dorf fahren, wo gibt es das sonst noch? Die 4480 Meter absolvieren Profis unter 3 Minuten. Ausserhalb des Rennens brauchen gute Skifahrer 20 Minuten und mehr. «Sie fahren aber auch eine Art Riesenslalom auf einer entschärften Route», nimmt Fritz Brawand sie in Schutz. Er muss es wissen: Seit 32 Jahren präpariert er die Pisten der Jungfrau Region.

«Sie fahren aber auch eine Art Riesenslalom auf einer entschärften Route» Fritz Brawand
Leiter Technik

Kunst am Berg

Brawand ist einer jener Typen, die durch nichts aus der Ruhe zu bringen sind, auch nicht vom Lauberhornrennen. 10 Tage vor dem Wettkampf wird die Strecke gesperrt, dann arbeiten Brawands Crew und die Verantwortlichen des OK Lauberhorn rund um die Uhr, um Russisprung, Silberhornsprung und Hundschopf perfekt in Szene zu setzen. «Wer hier mitbaut, tut dies mit Respekt – und Stolz», sagt Brawand. Immerhin wird das Spektakel von mehreren Millionen Zuschauern am Fernsehen verfolgt. Nicht wenige von ihnen wünschen sich, einmal im Leben auf dieser legendären Strecke durch das Panorama mit Eiger, Mönch und Jungfrau zu flitzen.

«Wer hier mitbaut, tut dies mit Respekt – und Stolz» Fritz Brawand
Leiter Technik

Auf den Spuren des Mythos Lauberhorn

Mutige Zeitgenossen nehmen die sagenumworbene Strecke in Angriff – alleine oder mit einem Skilehrer. Das Lauberhorn ist im Skipass inbegriffen, inklusive Erinnerungsfoto aus dem Starthäuschen. Es braucht zwar auch auf der abgeschwächten Strecke ziemlich Mut, Fitness und Technik, gerade auf dem Steilhang und in der engen Schneise. «Im Ziel aber sieht man den Menschen an, dass unterwegs etwas mit ihnen passiert ist», sagt Fritz Brawand. «Die meisten sind ergriffen von diesem Erlebnis.» Dann weiss auch Brawand: Seine Crew hat alles richtig gemacht.


Im Gespräch mit Bruno Kernen

Bruno Kernen, ehemaliger Schweizer Skirennfahrer und Lauberhorn-Sieger 2003, erzählt über seine besonderen Erfahrungen am Lauberhornrennen.

«Ich habe bei Welt-Titelkämpfen Gold, Silber und Bronze gewonnen. Und nach meiner Karriere wurde am Lauberhorn zu Ehren von mir das Brüggli-Sin Kernen-S umgetauft. Ich werde immer wieder gefragt, ob für mich diese berüchtigte Kurve den gleichen Wert habe wie die WM- und Olympia-Medaillen. Ich kann diese Frage nicht schlüssig beantworten. Ich weiss nur, dass ich für den Gewinn meiner Medaillen deutlich weniger Schmerzen in Kauf nehmen musste.

2003 habe ich dieses S zwar so gut erwischt, dass ich danach meinen einzigen Lauberhorn-Sieg bejubeln konnte. Aber 1997 und 2005 bin ich hier böse gestürzt. Der Abflug 1997 ist mir nicht nur wegen der Schmerzen in Erinnerung geblieben. Damals wurde die Piste nicht wie heute mit blauer Farbe, sondern mit Tannenästen markiert. Und wir hatten zu diesem Zeitpunkt einen Trainer, der folgenden Input zum Start hinauf gefunkt hat: 'Ihr müsst beim Brüggli den Schwung beim fünften Tannenast ansetzen!' Aber wie um Himmel Gotts willen sollte ich bei der hohen Eingangsgeschwindigkeit ins S wissen, wann ich beim fünften Tannenästchen angekommen bin?!

Heute überwiegen bei mir die schönen Erinnerungen. Und in den letzten Jahren hatte ich in dieser Gegend vor allem im Sommer Glück. Ich habe unweit des Kernen-S eine Stelle gefunden, an der es besonders viele Eierschwämme gibt!»
Spannende Geschichten zu den beiden Berner Oberländer Skirennen gibt es in der Spezial-Ausgabe «Ski Extra».

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